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Aktuelles
24. März 2011
Leserbrief von Beate Kasper: Zum Artikel "Die Schullandschaft wird neu geordnet" vom 17. März
Erstmals liegen Fakten über Schulschließungen vor
Mit den Ergebnissen des Arbeitskreises Schulentwicklung sind zum ersten Mal Fakten zu möglichen Schließungen von Schulstandorten vorgelegt worden. Kein Wunder, dass die Kommentare dazu recht vorsichtig ausgefallen sind. Das Konzept sei vorläufig und eine Grundlage für weitere Gespräche, heißt es. Sicher wird es darum noch viele Diskussionen geben. Denn nicht jede Gemeinde wird der Argumentation des Arbeitskreises folgen wollen.
Deutlich ist in den Vorschlägen auch zu erkennen, dass es für die Gymnasien im Landkreis keine Entlastung geben wird. Nur in Uchte ist damit zu rechnen, dass ein Gymnasialzweig eingerichtet wird, um "eine Abwanderung nach Rahden zu verhindern". Was heißt das nun für die zukünftige Schullandschaft im Landkreis Nienburg?
Es wird zukünftig weniger Schulstandorte geben und noch weniger Wahlmöglichkeiten für die Eltern, wenn sie entscheiden müssen, auf welche Schule ihr Kind gehen soll. Weiterhin wird es die bisherigen Gymnasien im Landkreis geben und daneben einige Haupt- und Realschulen, die jetzt Oberschulen genannt werden. Diese werden an einem Standort zusammengefasst und in A- und B-Kursen unterrichten, so dass es möglich ist, in der Hauptschule zu sein und an einem Realschulkurs zum Beispiel in Mathematik teilzunehmen. Das allein scheint die Neubenennung Oberschule zu rechtfertigen.
Diese Möglichkeiten der Kooperation zwischen Haupt- und Realschulen besteht schon lange, insbesondere gibt es gemeinsamen Unterricht im Wahlpflichtbereich. Da kann leicht der Verdacht aufkommen, dass mit der neuen Bezeichnung darüber hinweggetäuscht wird, dass sich das Angebot an Schulformen nicht verändert, sondern nur auf dem Türschild etwas anderes steht.
Und wer gehofft hat, dass es im Landkreis ein erweitertes Schulangebot geben wird unter Einbeziehung einer Gesamtschule, wird enttäuscht sein. Denn den Eltern bleibt es auch weiterhin nicht erspart, sich zu entscheiden, wohin ihr Kind gehen soll, auf die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. Vielleicht werden sich auch mehr Eltern dazu entschließen, ihre Kinder trotz Realschulempfehlung am Gymnasium anzumelden, damit sie nicht mit Hauptschülern zusammen unterrichtet werden.
Fazit: Die Änderung des Türschildes ändert noch nicht das Angebot an Schulformen.
Beate Kasper, Vorsitzende des Kreisverbandes Nienburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Zeitung "DIE HARKE"
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